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Projekt Tischlein „Kipp mich“

In der Fachschule für Schreinermeister in Gunzenhausen war das Ziel des ersten Projekts einen Beistelltisch in Brettbauweise herzustellen.

Passend ausgewählte Verbindungen, wie Offene Zinkung, Fingerzinken, Stemmzapfen und Gradverbindungen sollten das Quellen und Schwinden von Massivholz ermöglichen. Als zusätzliche Herausforderung sollten mindestens zwei schräge Kanten oder Bauteile eingeplant werden.

Der Beistelltisch sollte in zwei unterschiedlichen Höhen nutzbar sein.

Für die Fertigung standen ausschließlich Standartmaschinen zur Verfügung.

Nachdem drei unterschiedliche Entwürfe entwickelt wurden, wurde ein Brettaufriss des Favoriten erstellt.

In der Fertigungsphase konnten die Meisteranwärter die Maschinen auf unterschiedlichste Weise näher kennenlernen. Für die anspruchsvollen Eckverbindungen war es nötig, spezielle Vorrichtungen und Schablonen zubauen. Die Fertigung des „Kipp mich“ wurde von den Schülern dokumentiert, um am Ende als Präsentation den Mitschülern und dem Lehrerkollegium vorgestellt zu werden.

Bei dieser Abschlusspräsentation stellten die Meisteranwärter ihr fertiges Möbel vor und reflektierten ihre erbrachten Leistungen durchaus selbstkritisch. Probleme und Schwierigkeiten bei der Produktion, sowie mögliche Verbesserungsvorschläge oder zukünftige Änderungen wurden sachlich erörtert. Dadurch konnte ein weiterer Lernzuwachs für alle Mitglieder dieses Meisterkurses erzielt werden.

Für manche Schüler war dieses erste Projekt das erste Vollholzmöbel seit ihrem Gesellenstück, da sie ihre Gesellenjahre in einem Fensterbetrieb verbracht, oder hauptsächlich Möbel aus Plattenwerktstoffen hergestellt haben.

Am Ende der Abschlusspräsentation waren sich alle Schüler darin einig, dass sie in diesem Projekt sehr viel über Vollholzverbindungen und die professionelle Nutzung von Standartmaschinen dazugelernt haben.

Text: Jens Schlötterer