Meisterschule fertigt Sitzbänke

Meisterschule fertigt Sitzbänke

Im zweiten Semester des Meisterkurses 23 an der Meisterschule Gunzenhausen fertigten die Kursteilnehmer eine Sitzbank aus den Massivhölzern Ahorn und Eiche. Ziel des Projekts war es, verschiedene handwerkliche Arbeitstechniken und Konstruktionsarten anzuwenden sowie die fachgerechte Verarbeitung von Massivholz und Furnier zu vertiefen. 
Zu Beginn erfolgte die Planung der Sitzbank. Dabei wurden die Konstruktion, die Abmessungen sowie die Auswahl der Materialien festgelegt. Anschließend wurden die benötigten Holzteile zugeschnitten, gehobelt und auf die endgültigen Maße vorbereitet. Dabei war ein genaues Arbeiten erforderlich, um eine passgenaue Montage aller Bauteile zu gewährleisten. 
Im nächsten Arbeitsschritt wurden die abgeschrägten Beine gefertigt. Durch die schräg verlaufenden Flächen ergaben sich erhöhte Anforderungen an die Maßhaltigkeit und Genauigkeit der Bearbeitung. Danach entstanden die unterschiedlichen Vollholzverbindungen, die den einzelnen Bauteilen Stabilität verliehen und dauerhaft belastbar ausgeführt wurden. Während der Fertigung wurden die Passgenauigkeit und die Maßhaltigkeit regelmäßig überprüft. 
 Anschließend erfolgte die Herstellung des eingeschobenen Korpus. Dieser wurde passgenau in die Sitzbank integriert und mit einem Schubkasten ausgestattet. Für den Schubkasten wurden die einzelnen Bauteile gefertigt, zusammengefügt und auf eine leichtgängige Funktion abgestimmt. Der Korpus ergänzte die Sitzbank um zusätzlichen Stauraum und fügte sich harmonisch in die Gesamtkonstruktion ein. 
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts lag auf der über Kante fortlaufenden Furnierarbeit. Hierbei wurde das Furnier so verarbeitet, dass die Holzmaserung ohne sichtbare Unterbrechung über die Kanten verlief. Diese Arbeit erforderte eine sorgfältige Vorbereitung, eine exakte Ausrichtung der Furnierblätter sowie ein präzises Verpressen. Durch diese Technik entstand ein hochwertiges und durchgängiges Erscheinungsbild der Oberfläche. 
Nach Abschluss aller Fertigungsarbeiten wurden sämtliche Bauteile montiert. Anschließend erfolgte das Schleifen aller Flächen und Kanten, um eine saubere Oberflächenqualität zu erreichen. Zum Abschluss wurde die Sitzbank mit einer geeigneten Oberflächenbehandlung versehen. Dadurch wurden die Holzoberflächen geschützt und die natürliche Struktur von Ahorn und Eiche hervorgehoben. 
Das Projekt vermittelte praktische Erfahrungen in der Planung, Fertigung und Montage eines Möbelstücks aus Massivholz. Gleichzeitig vertieften die Kursteilnehmer ihre Kenntnisse im Herstellen unterschiedlicher Vollholzverbindungen, beim Bau eines eingeschobenen Korpus mit Schubkasten sowie bei der über Kante fortlaufenden Furnierarbeit. Die fertige Sitzbank erfüllte sowohl die funktionalen als auch die gestalterischen Anforderungen und stellte den erfolgreichen Abschluss des Projekts dar. 

 

Jakob Edenharter – MS23

Meisterschulklasse MS23 präsentiert „Verdrehte Möbel“ in den Holzwerkstätten

Meisterschulklasse MS23 präsentiert „Verdrehte Möbel“ in den Holzwerkstätten

Die Meisterschulklasse MS23 der Berufsschule Gunzenhausen hat am 11. Mai in den schuleigenen Holzwerkstätten ihre Projektarbeiten zum Thema „Verdrehte Möbel“ vorgestellt. Vor geladenen Gästen aus Kommune, Handwerk und Wirtschaft präsentierten die angehenden Meisterinnen und Meister ihre Entwürfe in Kleingruppen und stellten sich den fachkundigen Fragen.

Fachpublikum vor Ort

Eingeladen waren Lehrkräfte, die Schulleitung sowie zahlreiche externe Gäste. Unter ihnen: der neue Bürgermeister der Stadt Gunzenhausen Matthias Hörr, eine Vertreterin der Sparkasse, der Innungsobermeister der Schreiner für Ansbach-Westmittelfranken Herr Peter Arlt, Innungsobermeister der Bau-Innung Mittelfranken-Süd Herr Klaus Weber, sowie mehrere Betriebsinhaber regionaler Schreinereien.

Klare Aufgabenstellung, kreative Lösungen

Die Aufgabenstellung verlangte, ein Möbel zu entwerfen, dessen Korpusse zueinander verdreht wirken oder sich aktiv verdrehen lassen. Weitere Kriterien setzten den Rahmen:

  • Zweck des Möbels ist frei wählbar
  • Mindestens zwei Korpusse, Gesamtvolumen maximal 0,3 m³
  • Stehende oder hängende Konstruktion möglich
  • Gerade, moderne Linienführung
  • Verbindlicher Einsatz von Sondermaterialien (z. B. Beton, Schichtstoff, Glas), eigenständig bearbeitet
  • Zusätzlich: Einbau mindestens einer Schublade

Die Projektarbeiten wurden im Vorfeld bewertet und benotet. Bei der Präsentation stellten die Schüler einzeln ihre Projektstücke vor Kleingruppen vor und erläuterten ihre Entwurfsentscheidungen, Werkstoffkombinationen und Konstruktionsdetails. Anschließend beantworteten sie Fragen zur statischen Auslegung, zu Oberflächen, Beschlagtechnik, Toleranzen und Fertigungsprozessen – es sollte eine Situation nahe an realen Kundengesprächen und Fachabnahmen simuliert werden.

Training für das Meisterstück

Das Format dient als gezielte Vorbereitung auf das Meisterstück. Auch dieses müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer später überzeugend „verkaufen“: Idee, Nutzen, Gestaltung, Kalkulation und Ausführung sollen in einem kurzen, klar strukturierten Pitch nachvollziehbar werden. Die Veranstaltung bot dafür die ideale Bühne.

Praxisnah, verbindend, motivierend

Neben der fachlichen Tiefe überzeugte die Veranstaltung durch Organisation und Atmosphäre. Für das leibliche Wohl sorgten Schülerinnen und Schüler der Hauswirtschaft unter Leitung von Frau Popp. Das Catering schuf Raum für Gespräche zwischen Lernenden, Betrieben und Schule.

„Die Projekte zeigen, wie sicher unsere Meisterschülerinnen und -schüler in Entwurf, Materialwahl und Fertigung agieren. Genau diese Verbindung aus Kreativität und Präzision brauchen unsere Betriebe“, so ein passendes Statement aus dem Kreis der Anwesenden.

Fazit

Ein sehr gelungener Abend: Die MS23 stellte eindrucksvoll unter Beweis, wie anspruchsvolle Vorgaben in durchdachte, moderne Möbel übersetzt werden können. Die Rückmeldungen des Publikums bestätigten die hohe Qualität der Arbeiten – und gaben wertvolle Hinweise für den Feinschliff auf dem Weg zum Meisterstück.

Die Bilder zeigen die Projektarbeiten.

Mehr Bilder auch zu anderen Projekten finden Sie auf unserem Instagram-Kanal: https://www.instagram.com/meisterschule_gunzenhausen/

MS 23 im Schweißkurs: Blick über den Tellerrand

MS 23 im Schweißkurs: Blick über den Tellerrand

Ende April und Anfang Mai 2026 nahmen die Schüler des Meisterkurses MS23 in zwei Gruppen an einem Schweißkurs der Metallabteilung der Berufsschule Gunzenhausen teil. Ziel der jeweils dreistündigen Einweisung war, grundlegende Fertigkeiten im Umgang mit Metall zu vermitteln und den Teilnehmenden einen praxisnahen Blick über den Tellerrand ihres Handwerks zu ermöglichen.

Die Teilnehmenden erhielten eine Einführung in grundlegende Metallbearbeitung: Neben einer praktischen Einführung ins Schweißen standen Bohren und Gewindeschneiden auf dem Programm. Die Lehrkraft der Metallabteilung führte die Gruppen in die Arbeitstechniken ein, erklärte Sicherheitsregeln und demonstrierte die wichtigsten Arbeitsschritte vor Ort in der Werkstatt der Berufsschule.

Der Kurs knüpfte bewusst an die vertrauten Arbeitsweisen der Schreiner an und stellte Parallelen zur Holzbearbeitung her. Viele Arbeitsschritte, etwa das exakte Anreißen, das präzise Bohren oder das Gewindeschneiden, folgen ähnlichen Prinzipien wie in der Holzverarbeitung. Durch diesen Vergleich konnten die Teilnehmenden technische Zusammenhänge leichter einordnen und die Übertragbarkeit von Kenntnissen zwischen den Materialien erkennen.

Die Schwerpunkte des Kurses lagen auf praxisorientiertem Lernen und der Sensibilisierung für materialbedingte Unterschiede. Die Teilnehmenden probierten unter Anleitung einfache Schweißnähte und setzten eigene kleine Arbeitsstücke um. Begleitend wurden Sicherheitsaspekte wie Schutzausrüstung und die richtige Werkstückpositionierung vermittelt. An einem kompletten Schultag wurden Demonstration, betreute Übungsphasen und kurze Reflexionsabschnitte, in denen die Lehrkraft häufige Fehlerquellen und bessere Arbeitsweisen erläuterte eingebaut. Schwerpunkt lag allerdings vor allem auf dem „Selbst probieren!“. Gemachte Fehler sollten dabei als Möglichkeit der persönlichen Weiterentwicklung genutzt werden.

Durch das Kennenlernen anderer Werkstoffe erweiterten die Schreiner ihre berufliche Handlungskompetenz und erhielten Anregungen für weitere Projektarbeiten. Ein Blick über den Tellerrand fördert die Vernetzung fachlicher Kenntnisse und bereitet auf moderne, materialübergreifende Arbeitsprozesse in Handwerk und Industrie vor.

Die Metallabteilung stellte Werkzeuge, Materialien und Schutzkleidung die Lehrkraft Christian Schmidt aus der Metallabteilung begleitete die Übungen mit Rat und Tat.

Meisterschule Gunzenhausen präsentiert sich auf der Messe HOLZ-HANDWERK

Meisterschule Gunzenhausen präsentiert sich auf der Messe HOLZ-HANDWERK

Die Meisterschule Gunzenhausen hat sich vom 24. bis 27. März 2026 auf der Fachmesse HOLZ-HANDWERK im Messezentrum Nürnberg einem breiten Fachpublikum vorgestellt. Lehrkräfte und Schulleitung informierten gemeinsam mit 25 Schülerinnen und Schülern der Klasse MS23 über die Ausbildung zum Schreinermeister in Gunzenhausen, präsentierten Projektarbeiten sowie Meisterstücke früherer Jahrgänge und beantworteten zahlreiche Fragen von Interessierten und Branchenvertretern. Nach vier Messetagen zog das Team ein sehr positives Fazit: Der Aufwand in der Vorbereitung hat sich klar gelohnt.

Die HOLZ-HANDWERK gilt als zentraler Branchentreffpunkt für europäische Schreiner, Tischler und Zimmerer. In diesem Umfeld bot der Auftritt der Meisterschule eine passgenaue Plattform, um Inhalte, Ablauf und Perspektiven der Meisterausbildung in Gunzenhausen sichtbar zu machen.

Am Messestand erläuterte das Team der Meisterschule die Struktur der Kurse, Zugangsvoraussetzungen, Prüfungen und Fördermöglichkeiten. Die Schüler der MS23 gaben Einblicke in ihre aktuellen Projekte: Sie erklärten Planungsschritte, zeigten Fertigungsdetails und sprachen über Qualitätskriterien in der Werkstattpraxis. Ergänzend veranschaulichten ausgewählte Meisterstücke früherer Jahrgänge die Bandbreite vom funktionalen Möbel bis zum detailreichen Unikat. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit zu gezielten Nachfragen – von der Vereinbarkeit der Weiterbildung mit dem Berufsalltag bis hin zu Einstiegsterminen und Bewerbung.

Die Resonanz war durchweg stark. Aus Sicht der Beteiligten entstanden wichtige Kontakte zu Betrieben und potenziellen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die vielen Gespräche zeigen, wie groß das Interesse an einer qualifizierten Meisterausbildung ist. Unsere Schülerinnen und Schüler haben mit Fachkompetenz und Begeisterung überzeugt – das macht die Qualität der Ausbildung sichtbar.

Interessierte erhalten Beratung zu Kursinhalten, Terminen und Anmeldeverfahren über die Staatliche Meisterschule Gunzenhausen. Weiterführende Informationen, Ansprechpartner und aktuelle Hinweise finden sich auf der den weiteren Seiten unter www.bs-af.de oder über das Schulsekretariat.

Die Bilder zeigen Bilder vom Messestand.

Neuer Meisterkurs MS 24 – Kursbeginn Februar 2027

Sitzbuchstaben sind fertig

Die Sitzbuchstaben sind fertig

Pünktlich zum Jahresende wurden das erste Projekt in der Schreinerwerkstatt der Meisterschule Gunzenhausen fertig. Die 25 Meisterschüler und Meisterschülerinnen des 23 Kurses bekamen die Aufgabe einen Sitzbuchstaben aus Massivholz herzustellen.

Dies begann im Klassenzimmer mit dem Entwurf des Buchstabens. War endlich die passende Form und Größe gefunden, konnte eine geeignete Holzart und Holzstärke gewählt werden.

In der Werkstatt wurde zunächst ein Aufriss angefertigt, um die nötigen Maße und Winkel zu ermitteln. Gemeinsam wurden die klassischen Holzverbindungen an den Ecken ausgewählt. Dabei wurde das Quellen und Schwinden des Massivholzes berücksichtigt. Für die Ausarbeitung der Verbindungen standen neben den herkömmlichen Standartmaschinen wie Kreissäge, Tischfräse und Oberfräse auch noch die „Shaper“ Origen zur Verfügung. Die Maschinen, für die aufwendigen Arbeitsschritte unter Berücksichtigung der Unfallverhütungsvorschriften zu rüsten, war eine der wichtigsten Lerninhalte für die angehenden Meister in diesem Projekt.

Für viele war der Sitzbuchstaben eine Herausforderung, da in den meisten Schreinereien Massivholzmöbel eher als Exoten gelten und hauptsächlich mit Plattenwerkstoffen gearbeitet wird.

Rundum war es ein gelungenes Projekt, das die Schülerinnen und Schüler im neuen Jahr vor Ihrer Klasse und den Lehrern vorstellen konnten.

Text: Hertle Stefan